Zeitzeugen

Das erste Gespräch mit Zeitzeugen zur Lambertsmühle am 22.09.2003

geführt bei: Frau Ilse Heinrichs, geb. Maibüchen, 73 Jahre alt,

                        Neuenhaus 17,  51339 Burscheid,

                        Tel.:   02174-60548

Frau Heinrichs, geb. Maibüchen, wie war Ihr Verwandtschaftsverhältnis zu den Bewohnern der Lambertsmühle?

Mein Vater war ein Maibüchen und zwar der Vetter von Herrn Maibüchen .

Von dem letzten Besitzer der Lambertsmühle

Ja, der ist ja dann später zur Stadtverwaltung gegangen,   Herr Maibüchen?,   Ja

Und da war ja auch die Bäckerei, die fuhren ja mit Pferd und Karre und da waren Tücher oben drüber, dass das Brot nicht so schmutzig wurde und der fuhr sogar bis Blecher. Also das sind ja Abkürzungen wie sie durch den Wald fahren können und so. Der kam einmal in der Woche , und dann wurde der Vater von Herrn Maibüchen doch zu alt.

Dann haben die die Bäckerei aufgehört , weil der Herr Maibüchen Rheuma hatte , also jetzt der Junior Maibüchen .  Der letzte Besitzer?      Der letzte Besitzer. Der hatte Rheuma und zwar haben die festgestellt, das kam von den Zähnen, schlechte Zähne und dann ist er auf die Stadtverwaltung gegangen , denn der ganz alte Herr Maibüchen konnte  ja das nicht weiterführen, alleine, er hatte nur noch die Mühle und ich bin da ja auch hin arbeiten gegangen in der schlechten Zeit, wo wir nichts zu essen hatten.

Wann war das, wann waren Sie da arbeiten ?

Da war ich 17 Jahre,  das heißt, Sie sind geboren wann?  30,  46 / 47

Also unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges  haben Sie da gearbeitet, für wie lange?

Das kann ich Ihnen nicht sagen, die hatte ja immer Dienstmädchen da, und wenn die Ferien hatten, die Zeit dann kriegte ich Bescheid, dann musste ich dahinkommen.

Erstens hatte ich dann da Essen ne genug und wir hatten auch Hühner zuhause  – mein Vater ist vermisst in Rußland , und meine Mutter kriegte keine Rente, weil wir keine Todeserklärung hatten . Da musste ich ja sehen,  wie ich dann alles herbeischaffte, meine Mutter konnte  es ja nicht , bloß nachher ist sie dann dahingegangen und hat denn geflickt. Da hat sie denn auch ne Tüte Körner gekriegt für die Hühner und so was ne.

Ja und ich bin denn, waren bestimmt 4/5 Wochen dagewesen einmal, und auch so, wenn die Heuernte war . Dann rief mich die Frau Maibüchen an,    also die Frau vom Junior – Ihr Vater und der Junior waren Vettern?   Ja, Ja  Sie rief denn an oder ließ mir Bescheid sagen , ob ich nicht noch einmal runterkommen könnte.

Ja, dann musste ich waschen da und die Wäsche machen und die Socken.

Da war ein Teich, ich war jetzt noch zuletzt da , ich habe ihn nicht gefunden, weil da ist die Straße ja verlegt worden.  Wo her ging die früher?

Direkt vor der Haustür her. AHA, und wo war dann der Teich?    Der war denn da in der Wiese.  Auf der anderen Seite der Straße?   Ein kleiner Teich war das, auf Platt säht mer Pohl dafür, so en Pohl.  Un da musste ich immer, da war son Stück Bretter drauf und da musste ich denn mim Wäschekorb hingehen und die Wäsche auswaschen mit der Hand. – Da hab ich eine Angst gehabt, ich  wär da reingefallen  und die Wäsche wurde dann im Haus im Wäschetrog oder wie wurde die gewaschen.

Die wurde gewaschen, die hatte schon ne Waschmaschine   ….? so ne elektrische wohl  aber en Holzbottich war.

 Ah ja,  da wurde aber mit Waschmittel drin gewaschen und dann wurde die aber nicht noch mal klar gespült oder sowat die Wäsche und dann nahm man die raus und dann ging man zu dem..

Das kann ich nicht mehr so sagen, da waren auch so große Wannen und da musste ich immer wat auswaschen .  Aber die Strümpfe, die Socken von den Männern, die musste ich denn immer auf die andere Seite machen, –  wie auf ne andere Seite     – die Socken,

einmal auf links auswaschen, einmal auf rechts und dann wieder auf links

Ah ja, das war Anweisung von Frau Maibüchen

Und da war ich ja klug nachher, die waren  dann nur einmal ausgewaschen und ja, dat war, dat stand auf son Holzbank  stand da,  ich fand da  de große-  ich weiß nicht,  waren Sie schon mal da unten?    Ja natürlich

Ja die große Rotbuche is toll.

Ja die große Rotbuche war damals auf der anderen Strassenseite?   Ja

Und in der Nähe der Rotbuche war der Teich?   Noch ein Stück weiter rein

Noch ein Stück weiter rein?  Ja     Richtung Diebach?  Richtung Diebach,   Ja, ja stimmt, nee der Diebach ging nicht dahin, da hat er ja mit gemahlen mit dem Wasser. Der hatte da hinten, da ist ja noch ein großer Teich , auf die Brücke zu, und da hat er immer was gestoppt, damit dat  se mahlen konnten. Also dat weiß ich, mein Vater ging da öfters, der konnte sich da gut mit dem jungen Herrn Maibüchen unterhalten , und da ging der denn immer hin und besuchte die und na ja, meine Eltern hatten das alte Haus das sie hatten umgebaut und dann haben die in der Lambertsmühle Geld aufgenommen , wie früher dat war, da ging ja keiner zur Sparkasse.  Weiß ich aber nich..

Ihre Eltern haben da Geld aufgenommen, bei dem Herrn Maibüchen?

Ja und der Alte hatte natürlich auch et Kommando mit da und dann hat er gesagt wie die Währung kam , „hör mal“ zu meiner Mutter , die wussten ja, dass wir ganz knapp Geld hatten

Wann war das?

Ja, wann kam die Währung   –  ja in dieser Zeit muss das gewesen sein. Ja und dann hat er gesagt, „bezahl mal schnell Deine Schulden ab wenn Du kannst, denn wenn das aufgewertet ist is et nix wert.  Ja und dat hat meine Mutter wie großzügig empfunden und hat meine Mutter auch gemacht und nachher .. wir fingen ja mit 40,00 Mark an und wenn mer dann noch wat abbezahlen musste und dann hat er immer pünktlich von uns dat Geld gekriegt , das waren noch so ganz alte  Menschen , also der alte Maibüchen und der hat mich ja auch immer auf die Wiesen mitgenommen Heu zu machen. Et konnte keiner Heu machen , weil ich en Maibüchen war konnte ich Heu machen. Ich hätt mich amüsieren  können .  Wieso konnten Sie das ?

Also so schnell und so.. hat er mich zum Vorbild gemacht . Also war er so ganz zufrieden.

Hooh ich war ja en Maibüchen ha, ha.

Der alte Maibüchen!

Der alte Maibüchen.  Wie lange hat er dann noch gelebt? Kann ich nich mehr sagen.

Aber nach dem 2. Weltkrieg lebt er noch?  Da hatte der Sohn schon die Mühle, aber er hat da immer noch gelebt?

Ja, der hat tüchtig gearbeitet, das muss ich schon sagen . Das war ja auch alles schwer und

Jetzt erzählen Sie doch einfach mal so, wie Sie sich erinnern, an das Gebäude, wenn wir heute da sind und sich erinnern wie das damals war, was war da anders?

Ein Bisschen anders ist es ja, ich bin dadurch gegangen , und da hatten se doch die Kaltenherberger, die waren doch da , die ham doch Waffeln gemacht und Reisbrei und so. Da sind wir auch mal runter gefahren, mein Mann und ich . Gucken se mal, da kommt der Panz an , der wusste nich wer hier is. Na ja auf jeden Fall hatte ich da schwer gearbeitet. Alle Achtung, also das  und eh , ja und der Bauerngarten war auch da, aber nicht so, die Straße hatte sich ja auch ein Bisschen verändert, weil das ja erst vor der Haustür  dann herging, der Garten ist ja jetzt rund in der Kurve nach Burscheid zu.

Ja und mit der Küche kam ich nicht zurecht .

Die Küche war an einer anderen Stelle

Nee, die war da , aber da hat man  ich hab keinen getroffen, den da im Moment, das ich fragen konnte wie is das denn gemacht oder so, ich kann  –  hier is et anders und so.

Wie war´s denn in Ihrer Erinnerung ?

Ja die Küche war groß, und da waren.., eine Tür die ging nach draußen, also nach et hintert Haus, dat is auch anders da mit dem Kuhstall und alles . Also ich hab mich ja nur gewundert, wat die da vollbracht ham.

Also von der Küche ging eine Tür nach draußen ?

Die Treppe hoch,  also eine Tür nach draußen , ja zwei, die Haustüre war ja dann auch noch da , und dann ging so ne Treppe hoch, ich weiß nich ob die Treppe noch da is, ich kann es nich sagen – und auch diesen Kuhstall und alles, ganz doll umjebaut .

In dem Kuhstall wurde ja die Wäsche gewaschen, da war dann  en großen Droch und dann  Droch   en ja  wie dat so is. Es war .., ich mein der wär jemauert jewesen, is ja alles weg gekommen

Das ist im Kuhstall gewesen, also rechts, wo sie jetzt dieses Museum reinbauen wollen und wo unten dieser Veranstaltungsraum mit dem Backofen ist, da war früher der Kuhstall und da ist früher drin gewaschen worden?

Gewaschen ja,  natürlich lag Heu und Stroh da .

Wie viel Kühe waren da drin?

Futter sagte man dafür , der wurde für alles gebraucht, es war also ein sehr alter ..

Ja und dann wenn man vorne an der  Haustür reinkam , ich ha die ja toll gefunden, weil die geteilt ist und –

Nochmal ganz kurz zu dem Kuhstall, wissen Sie wie  viel  Vieh die damals so hatten also wenn Sie sich erinnern, nach dem zweiten Weltkrieg?

Kann ich nicht sagen

Aber nach dem zweiten Weltkrieg ist das noch als Mühle betrieben worden und als Bäckerei?

Nee, nee nich die Bäckerei, da war der schon in Burscheid   AAH SO, om Rathaus,

Da hat der schon am Rathaus gearbeitet? Gebacken hat der nicht mehr, ist denn noch gemahlen worden ?

Ja, aber nur so , die Bauern brachten da Korn , wat der Alte so konnte

Der Alte hat das dann noch gemacht , der Junge hat dann gar nichts mehr gemacht?

Nee, der kam spät vom Rathaus nach Hause und das war so ein hundertprozentiger die er seine Arbeit machte da  – ich weiß es nicht, – ich kenne ihn nur durch meinen Vater ,

sonntags, wenn wir dahin gingen und  – ich kann es nicht so sagen. Und so ja,  wann der gestorben ist, weiß ich auch nicht

Also auf jeden Fall im Kuhstall wurde gewaschen , das war dann Ihre Aufgabe, wenn Sie da ausgeholfen haben , im Haus selber, wenn Sie da nochmal dran denken,

zu der Küche haben Sie schon etwas gesagt-

Der große Flur der da war, und da waren die rauhen dicken Steine so große Steine, die sind wohl noch da . Dann ging es weiter nach hinten       , ich will mal sagen Richtung Burscheid , die Straße hoch, da hinter , da war denn die Mühle und der Backraum, wo die Brot backten. Und dann war auch die Mühle – ja und das Mühlenrad hab ich nur von außen, also von außen, Tür auf  gesehen. (Ich hatte ja Angst vor Ratten)

Vor Ratten?

Ich hab keine gesehen  – Gab´s denn da welche?    Ich weiß es nicht  wenn man so Witze machte , ja vielleicht

Ja und da hab ich das Schaufelrad gesehen, aber jetzt neu gesehen hab ich es nicht, da ist nur mein Mann hingegangen  und hat sich das alles angesehen.

Aber da ging ne große Treppe hoch  und in den Keller. Gleich an der Haustüre ging es auch in den Keller runter .

Direkt an der Haustüre?  Was war da im Keller?

Ich nehme an die Vorräte …

Ja und dann war alles schön sauber  und mit dem Brot da früher und  ja dann die Treppe hoch und dann hab ich ganz oben geschlafen nach Burscheider Straße da hoch es war mir unheimlich, der Fußboden war so schief da , also es war mir unheimlich da. Ich war aber so müde gearbeitet und froh ins Bett gehen zu können

 Was haben Sie denn für die Zeit für das Arbeiten bekommen, sie haben das Essen bekommen und ansonsten ?

Nee, nee, die war ziemlich kniestig

Die Frau vom Jungen oder die vom Alten?

Nee, die Alte war tot, schon lang.   Die June meinten Sie?

NN,  die hatte keine Einsicht, die hatten keine Kinder, kein Empfinden dafür .Sie nahm sich auch viel Zeit und fuhr mal weg und so ?????  dann war sie nich da, dann fuhr sie weg und so oder ging nach Burscheid , hatten ja immer Hilfe von Replinghofen , ich weiß

Aber gar nicht mehr wie die Leute hießen, der kam dann mit Pferden ne Karre Heu einfahren , dann kam da noch en Mann von –  wer kam Heu einfahren?  Von Replinghofen ein Bauer, der half  da auch aus.   AH JA

Und dann war da noch ein Mann der kam, son kleine, von Heddinghofen  kam der helfen

Sie hatten dann immer so Erntehelfer auch? Wo hatten die denn ihre Felder?

Ja dat waren nur Wiesen da, also das hab ich nich erlebt, dat die en Feld hatten.

Wiesen für die,,

Viel Wald hatten die,   Für´s Viehfutter, die Wiesen?  Ja,jei ja, ob die noch die vollkommene Zahl an Kühe hatten  weiß ich auch nicht.

Haben Sie auch keine Ahnung wie viel Kühe die so hatten?  Nein

 Bis wann ist denn da die Bäckerei betrieben worden? Wann hat der junge Maibüchen denn aufgehört ?

Ja da war der schon nich mehr am backen. Ja also wie die Währung war.

Und früher als Kleinkind, können Sie sich da noch erinnern ob da gebacken worden ist noch?

Ja natürlich, die kamen ja nach Blecher, ich bin von Blecher, kamen die mit dem Pferd, dat war ja wat und mit dem Wagen , der war denn zu und wir kriegten auch immer Brote von – und dat kann gewesen sein – 45 , 44, so genau kann ich Ihnen dat nich sagen.

Aber jedenfalls im Krieg ist da noch gebacken worden und dann ist da quasi mit  Kriegsende-  wurde da aufgehört zu backen

Ja er ging ja nach, er war lange krank   —Der junge Maibüchen? –

Und danach ist er nach der Stadtverwaltung

Was hatte er?   Rheuma   Rheuma  er hatte aber neue Zähne gekriegt und alles , da ging das besser . Aber er hatte seine Zimmern oben , Schreibzimmer ganz tolle Möbel , so alte Möbel hatte er da oben

Und das war dann der Grund, also sein Rheuma war der Grund das dann die Bäckerei da aufgegeben worden ist. Ja?

Können Sie sich erinnern wer da überhaupt alles gearbeitet hat und gelebt hat in dem Haus?

Ja da ham nur die Maibüchens gewohnt  – nee nee  moment,aber im Krieg, die waren ausgebombt von Köln  – da hat sie auch geholfen, die Frau die hat oben, wollen mal sagen  Speicher müssen noch drüber gewesen sein , is ja ein hohes Haus , die haben ober auf ein paar Zimmerchen gewohnt.

Was heißt die? War eine Familie, die ausgebombt war aus Köln und untergekommen ist da?

Ja ich nehm an , die hatten einen Sohn.

Also Mann und Frau, Ehepaar mit Sohn?

Ja die kamen an mit allerlei , die dahin kamen, die wollten ja all wat erben ne und mir hat se denn, da wohnte die aber schon hier, hat zwei Kinder , durch meine Mutter bestellen lassen , wenn ich ihre Putzfrau würde , dann würde ich die Mühle erben . Ich wusste, ich kannte die Frau Maibüchen ja, die Alte, ja ….

Die sagten ja Erna zu  ihr ne. Ich sagt bestell der Erna nen schönen Gruß ich wollt se ja nich, ich könnte se nich instand halten

Also während des Krieges hat da noch ne Familie gewohnt, ansonsten der alte Herr Maibüchen und der Junior mit seiner Frau und Kinder hatten se keine und sonstige Bediensteten, sie sagen sie hätten....ein Pflichtjahrmädchen  wissen se ja Pflichtjahr, das ist die Frau Rust von Heddinghofen , wo die aber jetzt wohnt  tja, die war ja auch da.

Die hat zuletzt am Rathaus gearbeitet, die is ja ein paar Jahre älter wie ich.

Die hat da dieses Pflichtjahr gemacht nach dem zweiten Weltkrieg oder wann?

Ja, Ja, die mussten ja  – nich  nach dem zweiten,  dazwischen, also 45 ging es ja zu Ende da hat die da auch gearbeitet …..?????? dann hatte die Urlaub und dann hab ich auch da ausgeholfen .

Es gab da immer ein Mädchen, das da ein Pflichtjahr machte , so zusagen als Hausbediensteste?

Ja, war aber auch noch ne andere da – war ein armes Mädchen, hatte kein richtiges zuhause

So in der Kriegszeit oder in der NS-Zeit?

Ja, nehm ich an , wie der Krieg so weit zu Ende war .

Lebte denn noch ein Mädchen außer diesen?

Frau Hess, ne da waren , die hatte immer welche Leute da, die wat vom alten halten da und so . Meine Mutter ging dahin flicken und da hat se so viele ???Nähgarn  und dann war se bestohlen worden .  Die Frau Maibüchen? 

Und da hat immer eine  Person, die da im Haus gewohnt haben, also die würde ihr das ganze Nähgarn genommen haben.

Also die hatte den Laden so ziemlich im Griff da und hat auch immer dafür gesorgt, dass andere da irgendwie eingespannt wurden .

Ach Urban hieß der, der immer mit Pferd und Wagen kam und hat Heu gefahren, – Urban –  und der hat ja über sie ein Lied gemacht , wenn dat  Lachen im Tal erschallt – die konnte  laut und  und dann hat die gelacht, dat hörte man überall  und da hat der über die wat schönes gedichtet.

Wie würden Sie sie denn heute so im Rückblick einschätzen als jemand der  einerseits den Laden so im Griff hat oder der  offenbar immer dafür gesorgt hat, dass andere für sie arbeitet   Für sie arbeitet !

Hatte sie denn so ne herzliche Seite oder ne hilfsbereite Seite oder war das immer eher so auf den eigenen Vorteil bedacht?

 Nee Nee, die hatten ja nur für damals, da wor ja alles , sie konnten ja nix lernen , es war ja nichts da , und da hab ich gedacht, ich war immer viel auf mich selber angewiesen und da hab ich gedacht,  Brot wird immer verkauft , da kann ja kommen wat will . Da bin ich bei der Bäckerei Sauer gewesen , da säht die Frau, dat Brot wat wir verkaufen, – dat sin ja all <Kosten ni, – dat können wir gut selber machen . Ja, dadurch habe ich auch keine Lehrstelle gekriegt, und da sagte die Frau Maibüchen, da schickte die mich  – da sind jetzt Ausländer drin, son Gemüseladen ????  da sollte ich dann … nee, nee, hier oben , ja da is auch en Gemüseladen

Da oben am Markt der ?

Und dann bin ich denn dahin ja  ob ich arbeit kriegte  wer weiß ob es Arbeitslosigkeit gäbe  und so. Ich musste ja Geld verdienen. Ich hab auch zeitweise in der Konservenfabrik gearbeitet .

Nochmal zurück zur Lambertsmühle ,  also die Zeit wo Sie da gearbeitet haben, war diese unmittelbare Zeit nach dem Krieg . Nach dem Krieg,

Haben Sie auch Kindheitserinnerungen an die Lambertsmühle oder

Ja das wir öfters darunter gegangen sind,  der große Wald und an die dicken Bäume .

Mein Vater ging  da mit dem Maibüchen in den Wald rein und dann han se gesprochen, der hatte auch Holz verkauft

Der Maibüchen hat Holz verkauft im Wald

Ja und was mich sehr fasziniert hat war ja der Diebach , die da vorbei floss

Um das Mühlrad zu betreiben.

Ja

Der ist also umgeleitet worden dann ?

Ja, ja , der wurde dann abgesperrt wenn die mahlten .

Mmh. Was wurde abgesperrt, die ?

Die Diebach da , diesen Bach

Der Bach wurde abgesperrt und das Wasser umgeleitet zur

Ja, ja musste ja auch Wasser da sein um zu mahlen . Da wurde dat denn  Wehr oder wie man dat jenannt  hat , wurde dann runter gelassen   und dann floss der Diedbach wieder seinen normalen in seinem normalen Bett und dann wurde die Staut umgeleitet , das haben Sie dann immer mit  verfolgt?

Da war die Frau Maibüchen auch immer mit Topfen????  Das klingt komisch und

Wie haben Sie denn Herrn Maibüchen in Erinnerung?

Dat dat ein zurück gezogener Mann war. Ganz oben auf seinem Zimmer is.., der kam nach haus und ging rauf.

Also da war ich noch zu jung um ihn einzuschätzen . Das war ja immer Landwirtschaft  und immer Haus draußen, dann war ich ja auch am Ende

Aber Sie haben überhaupt keine Erinnerung wie viel Ziegen die hatten oder so

Garnichts, gar nichts

Im Sommer war das immer auf der Weide  das Vieh oder war das rundum im Stall?

Ich nehm an, das war rundum im Stall, es war ja keiner da, der das auf die Weide treiben konnte. Dat haben die auch langsam aufgehört da. Als dann der junge Maibüchen  kam, der hat sich gar nit mehr drum gekümmert . ja und ????ging, der Alte war krank d und konnte ja auch nit mehr

Der Alte hat länger gelebt als der Junge?

 Ich weiß nit, ich kann et nit mehr so genau sagen. Als der Krieg war wo Flieger kamen und alles , sein Vater war Soldat , da bin ich dann mit dem Fahrrad hingefahren , über die Straße hoch und dann kann man denn da runter fahren und jeden Fall hat ich platt, dat waren so alte Schläuche , die waren von meiner Mutter noch, und dann bin ich dahin gegangen und da hab ich den Alten gesehen  Hühner füttern, kriegte aber immer von dem wat , aber wenn sie mir Hühnerfutter gab , war immer so en klein Tütchen voll.

So kann ich wirklich nich f viel darüber sagen .

Nur wenn’s ganz alte Zimmern waren  – stand ja in der Zeitung, da is ja en neuer Mieter, schiefen Fußboden, das war einfach so in den Fachwerkhäusern. Wir hatten hier Glück , hier ist gewebt worden ganz früher

 Wie lange haben Sie denn  überhaupt noch  Kontakt zur Lambertsmühle gehabt?

Oder ist das irgendwann abgebrochen ?

Ach, wie ich dann geheiratet hatte und Kinder gekriegt hab ,

Das war wann?

Das war 1954, nee 53 und wir sind ja jetzt 50 Jahre verheiratet

Oh, in diesem Jahr?

Vierten Oktober

Ja, da kommen wir nochmal vorbei , Kriegen wir bestimmt nen Hinweis von der Stadt.

Nee, da hab ich den Kontakt zur Lambertsmühle ganz aufgegeben.

Ich hatte die Schwiegereltern zu versorgen, mein Mann hatte hier noch Fünf Geschwister mit drin , die zogen aber dann langsam aus und da war ich vollkommen

Was sind denn so die letzten Erinnerungen, die Sie so an die Lambertsmühle haben?

Als die Frau Maibüchen im Altenheim war und zwar

Wissen Sie wann die dahin gekommen ist ?  Da war ihr Mann schon gestorben?

Ja, da lag die auf einem Zimmer zu Drei Mann  … kein Platz auf dem Zimmer ????????

Konnte nich allein ein Zimmer nehmen??????

Meine Mutter ?????? weil ich keinen Kontakt mehr hatte , der sagte zu mir, jetzt können se auch immer en ???????? und die standen auch an dem Bett , schweren Blumenstrauß, wenn die glauben mit ihren Sträußen bringen hier hin die könnten wat erben,  da sind se aber schief  geschnitten

Ja sie meinten, sie hätten jetzt die letzte Erinnerung an die Frau Maibüchen , die letzte Erinnerung bevor Sie überhaupt den Kontakt abgebrochen haben , so An fang der 50iger  Jahre so vor der Hochzeit, was sind da die letzten Erinnerungen die Sie noch so haben oder die letzten

Ja, die hab ich dann abgebaut

Das ist dann immer weniger geworden

Ja natürlich, war ja keiner mehr da, der et konnte , der alte Maibüchen konnte nicht mehr und der Junge war ja krank und danach, ich weiß nicht wie viel Jahre  der noch auf der Stadtverwaltung war, da muss ich nen anderen fragen, der war , ne kenn keinen wo ich Kontakt zu hab . Ich hab das abgestoßen, weil sie immer sagt, wir wären nur zum Arbeeden hier. Dat hat mich abgestoßen, da geh nich mehr hin  von denen..???

Die stand immer auf dem Standpunkt, wenn ich keine Kinder hab, kann ich mir welche annehmen

Aber das wollte sie auch nicht?

Nee, da war se ganz anders

Können wir nochmal versuchen ob wir, solche Erinnerungen, wir haben ja grad schon mal damit angerfangen – son Gang durchs Haus , den Stall ham se beschrieben, Kuhstall war da, dann war da eben der Waschbottich , was haben Sie gesagt, ein Waschbottich war da , wenn Sie sich jetzt noch mal vor die Haustür stellen und rein gehen .

Also man geht rein durch die schöne Tür , da ist ja mittlerweile wenn man rein kommt rechts dieses Standesamtszimmer wo die Trauungen statt finden und  links ist die Küche, war das früher auch so?

Nee, da war rechts die Küche       ach rechts war die Küche,        Ja

Die Küche war hm  , da war en Zimmer mit Tisch und Bank, und dann ging man in die Küche rein

Die war aber auf der rechten Seite ?

Ja,  und  eh eh  ja und dann nach draußen

Dann Richtung nach draußen , Richtung Kuhstall

Das hat sich verändert.

Ja, da haben die ja mittlerweile  ne Verbindung gebaut dazwischen.

Ja, ich kann et ja nit mehr so  sagen

Aber auf  jeden Fall war die Küche rechts mit ner Tür nach draußen Richtung Kuhstall .

Ja

Und links auf der Seite, wo jetzt die Küche ist, was war da?

Da hatten die et Brot stehen , denn et musste ja abziehen et Brot und ich weiß wat se sonst noch hatten da und sehr wahrscheinlich – ich kann et Ihnen nich sagen, wat noch drin war . Ja und dann ging man ja geradeaus rechts die Treppe hoch, schöne breite Treppe mit alten Stiegen und dann waren die Zimmern oben, zwei von Herrn Maibüchen  und denen ihr Schlafzimmer – vom jungen Herrn Maibüchen?   Ja,Ja  , wo der alte  Herr Maibüchen geschlafen hat, weiß ich auch nicht .

Ja und dann ging ja noch ne Stiege hoch , wo ich dann oben geschlafen hab und die Leute, die da zur Miete wohnten.

Die Ausgebombten?

Ja, Ja.

Haben die Miete gezahlt?  Wissen Sie nicht.

Da wurd man von Frau Maibüchen nix jewahr .

Dann hatte mein Vater noch einen Bruder, und dass war ein Luftikus , dat war ja son alten Bauernstand

Ja, der war ja denn der Hauptvetter vom Herrn Maibüchen

Ja der, oder mein Vater, da hatten se et nit mit, ja der war Dachdecker  – und mit der Frau auch nicht und die Söhne, faule Socken, der alte Maibüchen  also der ganz alte Maibüchen der war ??????  da haben die keinen Kontakt zu gehabt. Zu denen. Trotzdem ist letztens immer ein Sohn mit seiner Frau immer  zu ihr gefahren  und hat sie besucht. Darum, die waren auch im Altenheim und darum  brauch en keinen Blumenstrauß abezu bringen, erben tun die so wie so nich. Nee also,  da is von mir nich viel, weil ich zu jung noch war

Für die Erinnerung  mit dem Haus aus da

Und unten da, unten da ging man dann weiter durch und kam dann da in die Backstube?

Ja,  ein Raum war da , ein Raum wo se et Brot hin taten

Aber mehr können Sie sich nicht mehr erinnern wie die Backstube noch betrieben worden ist .

Ja ich wusste das, ich bin als Kind oft schon da gewesen  –  Als die noch nach Blecher gekommen sind?

Ja,  nee sonst weiß ich nix

Was hat denn im Haus für eine Atmosphäre geherrscht?

Ruhig, der Alte,– nach meinem Empfinden, der war der im Weg so,

Seiner Schwiegertochter im Weg, so ?

Ja ich kann es gar nicht mehr sagen so richtig. Als Kind hat man ja ein anderes Empfinden – und die war ziemlich laut  und ja, ehhh, ihren Mann den hat se verwöhnt , is ja klar, wenn man keine Kinder hat muss man ja????? Eröffnen.

Die backten ja dat Weißbrot selber setzte ihr Kraut auf den Tisch, aber keine Butter oder Margarine  oder wat nee,

Trocken Brot mit Kraut?  Apfelkraut oder Rübenkraut?

Nee nee ich weiß et  so genau nich mehr

Wann ging es den morgens los, die Arbeit?

Das weiß ich auch nicht mehr. Ich war auf jeden Fall froh wie ich dann die??? Zeit???rum?? hatte.

Wissen Sie denn so ungefähr wie oft  Sie überhaupt da waren als Helferin auf dem Hof?

Kann ich Ihnen nicht sagen, ich weiß nur wenn  die in Urlaub waren, dat ich denn da war.

Also wenn diese Mädchen in Urlaub waren, oder  ?

Mhh, mhh  ,      wenn die in Urlaub waren, dann haben sie Ausgeholfen.

Ja,ja und der junge Maibüchen hat „guten Tag“ gesagt, aber er hat nich gesprochen, nix , der ging gleich nach oben  und

Sie haben dann immer geholfen wenn die in Urlaub waren, für einen Zeitraum von zwei Jahren so etwa und danach hat das dann nachgelassen?

Ja, denn ich ging, denn mit 18 hab ich bei Goetze  angefangen.

Ach so

Da war ich da in der Kontrolle, 69 Pfennig Stundenlohn

Mit 18? Wann war das ?

1948

z

zwischen 45 und 48 haben Sie da immer geholfen, aber immer ohne Bezahlung sondern einfach nur so für das Essen und die Unterkunft.

Ja.Ja.

Und wissen Sie ob diese anderen Erntehelfer oder so was

Wie das dann war weiß ich nicht, nee, nee, da ließ die Frau Maibüchen nicht dran riechen . Ich hatte ja auch gar nicht so das Interesse. Das Geld hatte ja auch keinen Wert , man musste auch Geld  haben , nich, sonst ging et ja auch nit . Ja und dann kam die Währung , dat war schlimm.

Dat war mit den 69 Pfennig, wir mussten en neuet Dach ham , dat hatten wir nich fertig gemacht . Wir hatten ja schon aufgenommen um , dat war,  das <haus war in Schlehbusch abgerissen worden und dann in Blecher wieder aufgestellt worden . Stellen Sie sich vor, ein altes Fachwerkhaus ni, kleine Zimmer , dann hat mein Vater wat anjebaut , da die Küche, ja die war mit Wohnküche, dann

Sie haben so erzählt, dass Sie sich noch erinnern können an die Bäckerei und dass sie das Brot ausgefahren haben mit Pferdekarren bis nach Blecher, haben Sie so eine Erinnerung wie groß überhaupt der Umkreis war den sie so angefahren haben bis wohin das ging?

Ne, Ne,

Hilgen? Witzhelden oder ?

Ne, Ne  nein      So weit nicht?         Nein, dann wären die ja ganzen Tag unterwegs gewesen.

Es war ein Pferdekarren, wie sah der aus?

Einen Gaul davor    Wie hieß der?  Kennen Sie das Pferd noch?  War so ein alter Kaltblüter oder was?

Ich glaub da war so hinten an der Karre , wie so ein Balken stand da raus, so ein Stück, und da durfte ich mich draufsetzen – ich war ein Maibüchen – er betonte dat immer , der Alte

Hat der Alte  das eigentlich  selber gemacht, das Brot ausgefahren oder ?

Ja , ich glaub der hatte diesen alten Mann von Heddinghausen schon mal mit , ich weiß aber gar nicht mehr wie der hieß.

Und der ist auch während des Krieges noch gekommen Brot ausfahren oder nicht mehr?

Nee, da haben die ja nicht mehr gebacken – während des Krieges.

Aber in Ihrer Kindheit so.. Ja, Ja    In den 30iger Jahren, Anfang der 30iger Jahre irgendwie  so wat?

Wann sind Sie geboren?    30, 1930 bin ich geboren

So in den 30iger Jahren können Sie sich noch dran erinnern dass Sie damit ausgefahren sind.

Ja, Ja

Ja, der alte Maibüchen und dann dieser Mann aus Heddinghofen..

Ich nehm an, da war noch jemand bei

Was hatten die für Brot?

Vor allen Dingen diesen Stuten nennt man dat hier, son Weißbrot und dat war lecker und, ja und dann  – „Süsses Brot?“    Ja und sehr wahrscheinlich auch Schwarzbrot und so wat   Graubrot?   Graubrot , ja Schwarzbrot , dieses, ich kann et nich  so genau sagen .

Denn die kamen ja wie ich größer war schon nicht mehr vorbei.

Wie oft kamen die denn?

Ja einmal in der Woche kamen die.

Einmal in der Woche und dann auf Bestellung  oder kamen die einmal in der Woche und jeder konnte dann in Blecher dahingehen und Brot kaufen so lange noch was auf dem Wagen war?

Ne, ich nehm an, jede Woche kriegten die Leute dat Brot , dat wussten die. Waren ja auch überall nicht so viel wie jetzt,so viel Leute . Ich weiß wenn ich nach Blecher, durch Blecher komm, ich kenn kein Mensch , das war ein kleines Dörfchen und da kannte jeder jeden und jetzt nur noch fremde Leute .

Die Herren von der IG und  aus der Stadt, die da gebaut haben und

Ah und in der Lambertsmühl  da musste ich die Milch doch noch wegfahren,  – jetzt kommt et  –   AH Jah,  -wat denn?

Ja, da musste die Milch zur Dürscheidermühle gefahren werden

Ja, also, das ist jetzt nicht die Zeit, wo Sie noch als Kind beliefert wurden sondern das ist die Zeit wo Sie geholfen haben?

Ja  und da hatten die noch Kühe  –  Wer hatte noch Kühe? –

Die Lambertsmühle , weil ich die Milch ja noch wegfahren musste auf soner Karre , ich hatte immer Angst sie wär umgekippt und dat war noch en weiten Weg  bis zur Dürscheidermühle

Also unten quasi am Wiehbach entlang die Straße Richtung Dürscheid

Ja, ja

Un was für ne Karre war das, Sie sagen fahren , Sie mussten die ziehen oder mit nem Fahrrad oder?

Ne, ne oh Gott, um Gottes Willen.  Das war ne Karre, aus Holz jemacht , wo die dann drin standen  –  die Milchkannen? –    Ja , dann musste ich dann die leeren Kannen auch wieder um bringen , zurückholen, ja

Warum wurde die Milch dahingebracht?

Ja, da kam der Milchwagen dahin und holte die da ab.

Ach so, das war nur der Sammelpunkt für die Milch, damit er nicht noch zur Lambertsmühle fahren musste. Also die haben die nicht in der Dürscheidermühle abgeliefert sondern das war quasi nur der Sammelpunkt

Nur der Sammelpunkt , ja

Jeden Tag?  Zweimal täglich oder?

Ne,ne einmal

Einmal täglich    –Einmal täglich wurden die dahin getragen .

Und wissen Sie ungefähr wieviel Kannen das waren die Sie auf der Karre hatten?

Ne, Ne, die sind ja nicht voll, die Kannen . Ich hatte ja auch Angst, da war ja Wald. Da hatte ich Angst

War  ein Bisschen unheimlich durch den ..die Straße lang , war das denn so eine asphaltierte Straße oder war das mehr so ein holpriger Waldweg?

Die war da schon asphaltiert.

Da haben Sie über den Asphalt die Handkarre gezogen bis nach Dürscheid , wie lange waren Sie unterwegs? 20m Minuten, halbe Stunde ?

Ich hab ja auch sicher getrödelt

Wann ging das, morgens oder abends

Nee, abends nit   —Morgens, morgens wurden die , die wahrscheinlich abends gemolken wurden  und die Kühe die morgens , die kamen dann darüber?

Ja ja, so war et ja och hier . Die Wagen? die die Milch abholten, die pumpten die Kannen ab und dann hatten die ihre Milch ,-  haben Sie gewartet bis der Wagen  kam oder –

Nee, nee  –  abgeliefert und die leeren Kannen vom Vortag haben Sie wieder mitgenommen

Wir hatten mehrere Kannen immer die schon gespült da standen . Ich weiß auch nicht wer die Kühe gemolken hat .

Weil der Maibüchen selbst kann es ja nicht gewesen, weil der  war ja auf der Arbeit , dann muss es ja irgendjemand anders gewesen sein.

Nee, der hat  nix  mehr getan,     – Frau Maibüchen ?  Oder die Mädchen die da noch waren?

Ich nehm an .., also ich hab nich gemolken, also wie ich im Pflichtjahr war hab ich das auch nicht getan, .. ich habe Angst  vor Kühen. Ich schätze ich hätt es jemacht, ich sah das auch nicht ein, dass ich so ausgenutzt wurde

Na dann haben Sie die leeren Kannen wieder mit zurückgenommen

Ich nehm an, die die am Tag vorher abgeholt worden sind

Na ja, wenn Sie die jetzt allein so am Karren gezogen haben, so viel mehr als vier Kannen oder so

Nee, das glaub ich nicht, höchstens zwei  und dann kann man sich das ausrechnen, da waren dann sicher drei  Kühe      –   Drei Kühe  oder sowat  …. –

Mehr nit ,zuletzt  ging dat immer mehr den Berg runter

Hatten die denn selber noch irgendwie so — sie sagten der Bauerngarten der wär,  den  gab es auch, nicht ganz so an der Stelle

 Tat die all nit die Frau Maibüchen, der alte Mann war ja da   .- von Heddinghofen .

Der war jeden Tag, kam der  jeden Tag von Heddinghofen?

Ja, dat war ja auch nit so weit  Heddinghofen,  der ging ja durch das Tal und dann hoch.

War das so ne Art Knecht oder kann man das so sagen?

Ich nehm es an. Aber nicht das der da schlief.

Der kam jeden Tag?

Ja,  ob der im Winter auch immer kam, kann ich nicht sagen. Also die müssen schon Hilfe haben, der Alte hat nicht mehr gekonnt  und der Junge saß ja auf der Stadtverwaltung .

War ja  mit Titel Amtmann . Der hat auch studiert .

Der Junge,  was hat er denn studiert<ß

Weiß ich nicht –Wissen Sie wo er studiert hat?      Auch nicht.

Da war eine Zeitlang dann weg oder?    Ja

Die waren nicht arm, die waren reich , die Lambertsmühle stammte ja alles ,- die Besitzerin  war ne geborene Konrad , die ganz  Alte, von dem alten Herrn Maibüchen die Frau , und der Maibüchen war da als Knecht , der alte Herr Maibüchen war da als Knecht

Und der ist da sozusagen „reingeheiratet“, und seine Frau, also die alte Frau Maibüchen, die war eigentlich die Erbin der Mühle

Ja, das war die Besitzerin und er war der Knecht.

Und dann haben die geheiratet?

Nehm ich an.

Der alte Maibüchen ist als Knecht dahingekommen. Dann hatten die nur einen Sohn, den jungen Maibüchen , mehr Kinder hatten die nicht?

…???? das sie schon so alt war, sie muss älter gewesen sein .

Und der Ernst der erbte, der junge Herr Maibüchen. Meiner Meinung nach lebte der sehr zurückgezogen , oben an seinem Schreibtisch

Was machte der denn den ganzen Tag oben am Schreibtisch wenn er in der Stadt von der Arbeitszeit …??

Er kam auch spät manchmal an , abends spät , ich kann et nich sagen , denn kochte sie für den extra.

Ka. Das war so ne alte Familie, die Geld hatte

Woher hatten se dat Geld)?

Ich nehm an  schon die Frau Konrad , die hatten schon Geld , weiß ich garnicht  in Burscheid gab es ja auch die Konrads, wie das da zusammenhängt, kann ich nix zu sagen.

Dann wollt ich nochmal drauf eingehen , machen wir da nochmal grad weiter was es überhaupt zu Essen und zu Trinken, an Nahrungsmitteln da gab .

Sie sagen es gab den Stuten , den gab es ohne Butter mit Kraut, es gab sicherlich auch Milch, was gab es sonst noch an landwirtschaftlichen Produkten, hatten die auch Hühner da? Also Eier?

Ja, das hatten sie bestimmt , Hühner.

Und aus dem Garten, aus dem Bauerngarten, den hat sie aber auch  nicht selber gemacht, die  Frau Maibüchen, sondern die hatte da

Nee, konnte se gar nicht, war sie zu dick für.

War die so dick dass sie sich überhaupt nicht so bücken konnte und so weiter.

Aber sie hatten einen Bauerngarten?

Ja, da war ein richtiger Garten.

Ein großer Garten wo auch viel so Selbstversorger war ?

Alles, alles dat war ja früher

Hatte ja jeder seinen Garten gehabt.

Waren sie auch in der Notzeit so ein Bisschen Anlaufstation weil sie da immer so ganz gut versorgt waren durch den Garten  oder?

Ja, den Garten nicht,  wir hatten auch nen Garten, also Gemüse hatten wir ,  auch Kartoffeln und so hatten wir ja auch alles .

Ja und dann hat die auch ganz schön in der schlechten Zeit gemaggelt mit den Leuten , die hatte alles ,  die hatte alles, zum Anziehen ???? Burscheid

Weil Geld genug vorhanden war.

Weil Geld genug vorhanden war. Nee mit der hat  ich dann nix mehr zu tun in der letzten Zeit.  Da ging Ware gegen Ware.

Was hatten die denn für Ware anzubieten?

Mehl , ja da kamen die Frauen aus den Städten, die brachten ihre ganze Aussteuer mit, Hunger tut weh nit?

Brachten die Aussteuer und kriegten dann dafür Mehl?

Ja Mehl, ja Mehl und ich weiß nicht ob die auch Brot gehabt haben, das kann ich nicht sagen .

Ja ich weiß nur das ich immer in der Heuernte da war , aber die hatte ja noch Kühe da

Kühe, dann hatten sie noch ein Pferd oder so was da oder war das nachdem  sie nicht mehr ausgeliefert haben ..

Nee, die hatten kein Pferd mehr, denn da kam ja der Mann von Repplinghofen –

Und wie der Alte tot war, da haben die dann alles aufgehört . Denn der junge Maibüchen, der hatte kein Interesse. Der hat dat wohl gemacht alles , er, aber nachher ging es nit mehr.

Sie sagen, die hatten Geld, hatten die auch so besondere Gegenstände, Kunstgegenstände wie Gläser oder Vasen oder sonst was

Also wir hatten ganz toll  im Flur  – , die hatten ne alte Truhe stehen, große Truhe , da drüber war ein Brett, wo all  Krüge und so wat stand.

Im Flur unten, wenn man reinkam.

Ja und die Tür, die faszinierte ja schon einen d wat da drüber stand und alles ne

Hat sich sonst dieser Reichtum so bemerkbar gemacht  im Haus oder war das da gar nicht so ?

Ja Ja, sie hat  ein ganz tolles Wohnzimmer, so wat hatte ich noch nich gesehen , wir waren ja arm

Was heißt tolles Wohnzimmer damals?

Wohnzimmer und sein Schreibzimmer das war zusammen,

das war unten auch?

Nein, nein das war oben

Erste Etage ja?

Ja ja

Und wie war das, was heißt tolles Wohnzimmer damals

Ja, die Möbel , waren keine alten Möbel, also so nich, also wertvolle Möbel waren  es ,

er hatte einen großen Schreibtisch da stehen und da kamen von Burscheid immer zwei Frauen hin, die unterhielten sich dann, dat waren Geschwister  und die unterhielten sich dann , weil ich bin schon mal dahin gekommen, dann kamen die  oder so und dann  sind wir denn runtergegangen und denn wurd denn mein Vater wir sollten aber da bleiben und so nee dat wollte mein Vater denn  nich und dann  ist er zu dem alten Herrn Maibüchen gegangen

Wer is zum alten Herrn Maibüchen gegangen?

Mein Vater, damals , um sich mit dem zu unterhalten.  Das war ja sein Onkel.

Der alte Maibüchen war sein Onkel., Also der Bruder seiner Mutter oder seines Vaters?

Ach so ja, der war Dachdecker

Ja war dat der , wenn es der Onkel war, muss es ja ein Bruder gewesen sein von der Mutter Ihres Vaters oder dem Vater Ihres Vaters

Der Vater gewesen sein , denn haben se nie von so gesprochen.  Aber meine Oma die hat in Strauweiler gewohnt , bei  Odenthal  und der Bruder von meiner Oma war Förster in Altenberg , der is aber nicht mehr da und der Andere war auch Förster in SchlossHaniel. Das is ja bei Dabringhausen

Dabringhausen ja, Maria in der Aue

Erzählen Sie nochmal, da möchte ich nochmal nachfassen, dieses Geld leihen bei Maibüchen, Ihr Vater hat das getan und in welcher Situation, wann war das vor

Wie wir unser Haus umgebaut haben,

Das war wann?

Ja so 33 / 34

33 /  34 da ist er zum alten Maibüchen gegangen

Hat 900 Mark geliehen.

Zu seinem Onkel      Ja          und hat 900 Mark geliehen

Das war aber so, die Bauern die viel Geld haben, die haben Geld verliehen , das war ein ganz geringer Zinssatz sagte meine Mutter immer und eh ja und so is es .

Der hat et letzte bei der Währung, ab da wie die Währung kam

Nach dem zweiten Weltkrieg da das Letzte abbezahlt.

Ja

Aha, und da hat er sie noch darauf aufmerksam gemacht und hat gesagt zahlen sie zurück, sonst

Das waren die ersten Kunden von der Sparkasse.

Die Maibüchen, als die Sparkasse dann gegründet wurde oder wie?

Ich nehm dat an , denn so genau weiß ich das auch nicht , und zwar haben die sich an der Sparkasse, da war ein Treffen , und da war hier ein Bauer , der Herr Höppchen , der hat sich da groß getan , da hat sie zu ihm gesagt,  „ Hal nur ding Muul , ich wor der Erste hier in de Sparkasse „

Der das erste Geld dahingebracht hat., nehm ich an.

Geld dahingebracht,  aha, aha.

Und das war üblich, dass so die reichen Bauern Geld verliehen haben und dann

gab es damals die Stadtsparkasse oder die Sparkasse gab es da noch nicht oder was?

Ja,  ich weiß es nicht.

Und 900 Mark kann ich mir nicht so viel drunter vorstellen war das viel, hat das denn gereicht für den .. war das denn das Geld das sie brauchten oder ?

Ja  mein Vater hat das ja alles selbst gemacht .

Und das war das Geld was man so brauchte für Materialien und so

Ja für Material und so  nur es hatte nicht gereicht für ein neues Dach

Wissen Sie ob der Maibüchen das häufiger gemacht hat Geld verliehen? Oder war das nur weil es Verwandtschaft war ?

Nehm ich an.  Nee, dat kann ich nit sagen ,. Ich weiß nur, wie unser Nachbar auch, der hatte auch immer viel Geld , da sind andere Frauen dahingekommen und da hat die Tochter geheiratet und die haben dann Geld geliehen und so, dat hat se dann erzählt, die und die waren hier und haben Geld geliehen .

Ich hab jedacht, dat durft se eigentlich nit

Können Sie sich an irgendwelche Erzählern die sie an der Lambertsmühle erlebt haben, Weihnachten , Ostern , Hochzeit, Geburtstag

Ne, ne, da war die gar keine Frau für,  die mal ein Geschenk gemacht hat.

Oder  ob  irgend mal wirklich ein Fest gefeiert worden ist Familienfest oder das man da irgendwie  und sie waren auch nicht mal auf Besuch zu nem Feiertag Ostern oder so wat

Doch, vielleicht war ich mit meinem Vater da, aber nee, da hab ich gar nix jekriegt  von denen.

Der Maibüchen war auch ein komischer Mensch, der jüngere Maibüchen, der machte sich auch nix aus denen.

Aber da kann Ihnen ja mehr die Arbeitskollegin diese Frau Hess , die alte Frau Hess, die hatte , wo die aber wohnt jetzt ,

Das war die ,die damals ihr Pflichtjahr gemacht hat 

Ja, und die ist auch von da aus  auf et Rathaus , da hat die gelernt wahrscheinlich

Die Frau Hess hatte in Burscheid einen Gardienen-Geschäft ne zeitlang  Dann wurde ihr Mann sehr krank  und dann hat sie das aufgehört.

Feste haben Sie nicht erlebt, 

Da waren die keine Leute für.

Feiern oder was,    Nee

Zu der Zeit als Sie da gearbeitet haben als Erntehelferin hat der alte Maibüchen auch noch gelebt?

Ja

Was für eine Verbindung hatten Sie zu dem ?

Ja toll, sehr nett  zu mir, also mein Vater war Soldat – und er war sehr auf meinen Vater zu sprechen  – weil  mein Vater fleißig war, mein Vater war ja auf der Schuhfabrik  und zu Hause wenn er noch alles gemacht hat , da war der richtig stolz drauf, weil der andere Bruder nix tat. Der hat ja nachher alles gepfändet bekommen , der war Dachdecker .

Der andere Bruder.

Ja   Also der Bruder Ihres Vaters?

Ich weiß, da hat mein Vater   Der Bruder Ihres Vaters war Dachdecker?

Ja, und da hat mein Vater denn, es war ein großes Stück Land , der hat alles gekriegt , mein Vater nichts . Und da war ein großes Stück Land und das hat mein Vater für 50 Pfennig pro Quadratmeter gekauft. Mein Vater war sehr interessiert an Bäume, also Obstbäume , er wollte da Obstbäume drauf pflanzen. Is nix geworden. Der Krieg hat denn auch alles zerstört..

Hat der auch in der Lambertsmühle zerstört oder ist die Lambertsmühle

Nee, glaub ich nicht

Dagegen in Burscheid muss ja ganz viel kaputt gegangen sein

Der junge Maibüchern war der eigentlich Soldat oder musste der aufgrund seiner Krankheit nicht oder wie war das?

Ich glaub der war auch viel älter wie mein Vater-

Nee, der war ja auch krank gewesen  oder noch krank , ich weiß es nicht mehr so.

Wie lang hat der, wissen Sie ungefähr wie lange das mit dem Rheuma war dass da er so krank war

Da war ich ja noch klein , ich weiß nur, dass wir da sonntags schon mal hin gegangen sind.

Das schöne Wohnzimmer und wir hatten so was nicht und das hat mich alles fasziniert.

Wenn die sich dann unterhielten überall, mein Vater hat viel gelesen , meine Mutter hat denn immer geschimpft dass er las

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