Gobelinweberei

Burscheid war, wie viele Städte im Bergischen Land, eine Weberstadt. Um 1800 stand in vielen Häusern ein Webstuhl, an dem oft die ganze Familie für einen Unternehmer der Textilindustrie arbeitete. Barmen und Elberfeld waren die am höchsten industrialisierten Städte Deutschlands.

In der Landwirtschaft herrschte die Realteilung. Starb ein Bauer, so erbte jedes Kind zu gleichen Teilen. So wurden die Parzellen immer kleiner und die Bauern konnten nicht mehr allein von ihrer Landwirtschaft leben. Teile der Bevölkerung verarmten regelrecht, zusätzliche Erwerbsquellen mussten gefunden werden.

Weberhandwerk im Bergischen Land

In der ehemaligen Salzkammer befindet sich ein über 250 Jahre alter Webstuhl aus Burscheid, an dem die inzwischen verstorbene Künstlerin Ruth Schnitzler bis zum Jahr 2019 Gobelins nach ihren eigenen Entwürfen gewebt hat.

Großer Gobelinwebstuhl in der Lambertsmühle.

Um 1800 stand in vielen Häusern im Bergischen Land ein Webstuhl, an dem oft die ganze Familie für einen Unternehmer der Textilindustrie arbeitete. Barmen und Elberfeld waren die am höchsten industrialisierten Städte Deutschlands.

Erinnerungen an einen Plüschweber in Kleinhamberg

In der Wohnstube stand der Webstuhl. Er war sehr groß und nahm den meisten Platz ein. Täglich 12 Stunden wurde gewebt. Die Arbeit war hart. Ab und zu erschien der Webmeister und kontrollierte die Arbeit. Endlich war der Tag da und man konnte abliefern. Mein Urgroßvater legte den Stoff sorgfältig zusammen und packte alles in den von der Firma gestellten Leinensack. Nachts um 2 Uhr stand er auf, packte ein paar Brote, die Marschverpflegung ein, hängte sich den Sack auf den Rücken und ging los. Der Weg war weit bis Elberfeld. Dort legte er die Ware zur Begutachtung vor. Hatte er sauber gearbeitet, erhielt er neues Garn und etwa 15 Taler für 4 Wochen Arbeit bei 12 Stunden. Wies die Ware aber Fehler auf, zog man ihm einen entsprechenden Betrag vom Lohn ab. Noch am gleichen Tag wanderte er wieder zurück und kam spätabends nach Hause.

Quelle: Rolf Müller, Stadtchronik Opladen, 1970

Gobelinweberei in der Lambertsmühle

In der Lambertsmühle steht ein über 250 Jahre alter Webstuhl aus Burscheid. Er wurde umgebaut für die inzwischen verstorbene Kunstweberin Ruth Schnitzler, die hier nach ihren eigenen Entwürfen Gobelins gewebt hat, als erstes Werk das Burscheider Wappen.

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