Wichtige Termine:

15.10.17 Obstpressen  
von 10 - 17 Uhr
25.11.17  vorweihnachtlicher Markt von 11- 18 Uhr 

 

Die Mühlengeschichte

 

Ihren heutigen Namen soll die Mühle nach einem um 1570 geborenen„Lambert“ erhalten haben, der mit Privileg der Herren von Landscheid in der Mühle gelebt hat.

Unter der Bezeichnung „Hunds-Mühle“ blieb sie bis ins Jahr 1751 im Besitz der Herrschaft Landscheid.

Peter Busch, der letzte Pächter der Mühle, erwarb das Anwesen 1751 aus dem Adelsbesitztum des Freiherrn von Hall zu Landscheid und veräußerte die Mühle nach einem Jahrzehnt an den Scheffen und Müller Philipp Klein. Im Februar des Jahres 1766 brannte die Mühle ab. "Eine Mär" sagt, daß ein Knecht den Brand gelegt hat, um die Magd, die ein Kind von ihm erwartete, zu töten. Die Quellenlage gibt über den "Krimi", der sich abgespielt haben soll, nichts her.

Aber es gibt einen Eintrag ins Kirchenbuch durch den Pfarrer Wever. Demnach ging 1766 eine Anna Margareta Clemens aus Jamerthal nachts mit einem Licht in die Futterkrippe und entfachte aus Unvorsichtigkeit  ein Feuer. Der obere Teil des Bauwerks war aus Fachwerk und brannte. Die Magd selbst wurde laut Kirchenbucheintrag "vom Feuer verzehrt". 

Beim sofortigen Wiederaufbau 1766 erhielt die Mühle ihre heutige Gestalt.  Über der in Eichenholz gehaltenen Hauseingangs- „Klöntüre“ bezeugt eine in Sandstein gemeißelte Inschrift von jenem Wiederaufbau:         

   
„Philipp Klein und Anne Beckers Ehe Leüthe haben diese Mülle gekaufft und den bau hie hin setzen lassen im Jahr 1766:

 

Unsern eingang segne Gott,  

Unsern außgang gleichermassen,

segne Unser täglich brot,

segne Unser thun und lasen,

segne Uns mit Seligem sterben,

Und mach Uns zu Himmelserben,

        amen."

 

Die Familie Klein blieb bis 1858 Eigentümer des Mühlengutshofes. In der Folgezeit bis zum Jahre 1916 war eine Familie Conrads als Müller und Bäcker Besitzer der Mühle.  Im Zuge einer Erbauseinandersetzung wurde sie anschließend in die Hände der Familie Wilhelm Maibüchen übertragen.  Die der Mühle eingegliederte Brotbäckerei wurde im Februar 1942 eingestellt, wohin gegen der Mühlen- und Mahlbetrieb bis zum Dezember 1956 von Ernst Maibüchen, dem letzten Betreiber der in der Lambertsmühle tätig gewesenen Müllerbäckerfamilien aufrechterhalten wurde. Damals löste sich das eiserne Mühlrad aus seiner Verankerung und eine Reparatur lohnte sich nicht mehr bei den immer weniger werdenden Aufträgen für Futterschrot.  Sie wurde aber schließlich Opfer der fabrikmäßig betriebenen Großmühlen und der Futtermittelindustrie. Damit erlosch das alte Mühlenrecht.

Das Mühlenanwesen wurde kurz vor dem Ableben der Witwe Erna Maibüchen im Jahre 1983 unter Denkmalschutz gestellt.  Die Lambertsmühle ist eine der schönsten erhaltenen Mühlen im Stadtgebiet Burscheids.  Sie liegt auf den Ritterpfaden des Bergischen Landes und dem Weg zwischen (Leverkusen-) Lützenkirchen und Altenberg inmitten historisch bedeutsamer Landschaft.

Nach dem Willen der Eheleute Ernst Maibüchen wurde das Mühlenanwesen der Stadt Burscheid mit der Auflage angetragen, dort ein Heimatmuseum einzurichten.  Im Dezember des Jahres 1994 nahm der Rat der Stadt das Vermächtnis an.

Nur selten ist es möglich, das Schicksal eines einzelnen Gehöftes so lückenlos durch die Jahrhunderte zu verfolgen wie das der Lambertsmühle zu Burscheid.  Sie verbindet Geschichte dieser Heimat, verbunden mit dem Wissen und der lebendigen Erinnerung vieler Bürgerinnen und Bürger der Region.

                                                                                                                

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

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